Was ist eine Teilprothese (unikondyläre Knieprothese)?
Das Kniegelenk besteht aus drei Abschnitten: der inneren Hälfte, der äußeren Hälfte und dem Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkel. Ist nur die innere oder äußere Hälfte abgenutzt, wird dieser Bereich mit einer Prothese überzogen – das nennt man Teilprothese.

Warum nutzt sich nur ein Teil des Knies ab?
Im Frühstadium der Kniearthrose kann nur ein Teil des Knies betroffen sein; bei einer Beinfehlstellung nutzt sich oft nur die innere oder äußere Gelenkhälfte ab. Da O-Beine bei uns häufiger vorkommen, sehen wir öfter einen Verschleiß der inneren Hälfte. Seltener haben Patienten X-Beine; dann verschleißt die äußere Hälfte früh.
Was unterscheidet die Teilprothese von der Totalprothese?
Anders als bei der Totalprothese wird bei der Teilprothese nur der abgenutzte Teil des Knies versorgt; die andere Hälfte und die Kreuzbänder in der Mitte bleiben unberührt.
Welche Vorteile hat die Teilprothese gegenüber der Totalprothese?
- Kleinerer Hautschnitt
- Weniger Knochenresektion
- Geringerer Blutverlust
- Weniger Schmerzen nach der Operation
- Frühere Beweglichkeit und daher kürzere Heilungszeit.
- Da die Kreuzbänder erhalten bleiben, fühlt sich das Knie natürlicher an.
- Meist ist die Kniebeugung besser.
Für wen eignet sich eine Teilprothese?
Geeignet sind Patienten im Frühstadium des Gelenkverschleißes, also zwischen 50 und 60 Jahren, oder ältere Patienten, bei denen nur der innere Gelenkanteil abgenutzt ist.
Wird die Operation bei Teilverschleiß mit Beinfehlstellung zu lange hinausgezögert, nutzt sich auch der gesunde Teil des Knies rasch ab, und die Chance auf eine Teilprothese geht verloren. Dann ist eine Totalprothese nötig.
Wie lange hält eine Teilprothese?
Dank moderner Designs und guter Operationstechnik erreicht die 10-Jahres-Standzeit von Teilprothesen heute etwa 90 %. Eine präzise Technik ist entscheidend, denn Fehler werden vom Knie, dessen andere Hälfte gesund ist, schlecht toleriert. Um dieses Problem zu lösen, wurden robotergestützte Systeme entwickelt.
Wie wird über eine Teilprothese entschieden?
Patienten mit Arthrosebeschwerden werden klinisch und röntgenologisch untersucht. Bei Bedarf werden Aufnahmen in verschiedenen Positionen oder eine MRT veranlasst, um sicherzustellen, dass der andere Teil des Knies gesund ist. Die endgültige Entscheidung fällt jedoch während der Operation: Über den Zugang für die Teilprothese wird der Rest des Knies begutachtet. Selten zeigt sich, dass auch der andere Teil geschädigt ist; dann wird der Schnitt um 2 cm verlängert und eine Totalprothese eingesetzt.
Wann kann ich nach der Operation aufstehen?
Einen Tag nach der Operation können die Patienten aufstehen und voll belastend gehen. Kurze Spaziergänge erfolgen mit einer Gehhilfe.
Wann werde ich entlassen?
Im Durchschnitt nach 3 Tagen.
Kann ich mit einer Teilprothese Sport treiben?
Sportarten ohne plötzliche Drehungen und Sprünge wie Schwimmen, Radfahren, Golf und Bowling sind möglich. Wettkampf- und Sprungsportarten werden nicht empfohlen.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Büroangestellte können nach 6 Wochen zurückkehren. Bei schwerer körperlicher Arbeit besteht das Risiko einer frühen Prothesenlockerung.
Wann darf ich Auto fahren?
6 Wochen nach der Operation. Wichtig ist, dass die Beinkraft für eine Notbremsung ausreicht.
Welche Risiken und Komplikationen hat die Teilprothese?
1. Infektion: seltener als bei der Totalprothese, unter 1 %.
2. Luxation: kann bei Teilprothesen mit beweglichem Inlay auftreten. Ursachen sind unzureichende Bandbalance, ein insuffizientes vorderes Kreuzband und ungünstige Bewegungen des Patienten.
3. Früher Verschleiß: abhängig von der Belastung des Knies oder unzureichender Qualität der Operationstechnik.
4. Knieschmerzen und Steifigkeit: Anfangs kann beim Gehen eine gewisse Steifigkeit auftreten. Bleibt sie bestehen und nehmen die Schmerzen zu, kann ein Wechsel auf eine Totalprothese nötig werden.
5. Knochenbruch
6. Luxation der Kniescheibe
7. Blutgerinnsel in den Beinen
8. Verletzungen von Gefäßen, Nerven und Bändern
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.