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Prof. Dr. Levent Altınel – Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Antalya

Was ist Hallux valgus (Ballenzeh)? Wie wird er behandelt?

Der Hallux valgus, im Volksmund Ballenzeh, ist eine Fehlstellung der Großzehe. Die Großzehe, die normalerweise gerade in Fußrichtung stehen sollte, weicht zur zweiten Zehe ab, während ihr Grundgelenk zur Fußinnenseite hervortritt. Die genaue Ursache dieser sehr häufigen und zunehmenden Erkrankung ist nicht bekannt; unbehandelt kann sie jedoch zu Arbeitsausfall, eingeschränkter Lebensqualität sowie ästhetischen und psychischen Problemen führen – nicht nur an der Zehe, sondern am ganzen Fuß und sogar am Körper.Das erste sichtbare Zeichen – der hervortretende Ballen – erleichtert die Diagnose. 90 % der Betroffenen sind Frauen, 10 % Männer. Am häufigsten tritt er zwischen 25 und 45 Jahren auf; genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Ein früher Behandlungsbeginn, besonders bei familiärer Belastung, erhöht den Erfolg.

Ursachen der Erkrankung:

Falsches Schuhwerk, Hauptfaktor vieler Fußprobleme, ist eine der wichtigsten Ursachen. Besonders bei Frauen, die aus modischen Gründen lange enge, spitze Schuhe mit Absatz tragen, entsteht die Erkrankung. Daneben: genetische Faktoren, verkürzte Achillessehne, Platt- oder Spreizfuß, schwaches Bindegewebe, Fehlstellungen nach Verletzungen (z. B. Brüchen), Übergewicht, langes Stehen und rheumatoide Arthritis.

Wie wird ein Hallux valgus behandelt?

Im Frühstadium bestehen außer der Fehlstellung oft keine Beschwerden; mit Fortschreiten kommen Schmerzen, Probleme beim Schuhetragen und sogar beim Gehen hinzu. Schmerzen und Rötung betreffen vor allem den Ballen und nehmen in engen Schuhen mit Absatz zu.

Bei leichter Fehlstellung bringen Zehenspreizer, eine Hallux-valgus-Nachtschiene, orthopädische Einlagen bei niedrigem Fußgewölbe sowie bequeme, weiche Schuhe mit breiter Zehenbox deutliche Linderung. Keine dieser Maßnahmen heilt die Erkrankung jedoch; sie lindern nur die Schmerzen und verlangsamen den Verlauf.Bei fortgeschrittener Fehlstellung mit anhaltenden, den Alltag beeinträchtigenden Schmerzen trotz aller konservativen Maßnahmen ist eine Operation unumgänglich: Der nach außen gekippte Knochen wird in seine normale Position gebracht. Danach wird 6–8 Wochen ohne volle Belastung gegangen; voll belastet wird nach der Knochenheilung. Ein Rückfallrisiko besteht, wird aber durch richtige Patienten- und Verfahrensauswahl und moderne Techniken verringert.

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.

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