Die Einengung des N. medianus, der Bewegung und Gefühl der Finger versorgt, auf Höhe des Handgelenks heißt Karpaltunnelsyndrom. Es ist das häufigste Nervenengpasssyndrom.
Der Karpaltunnel ist ein enger Kanal in der Mitte des Handgelenks: Den Boden bilden die Handwurzelknochen, das Dach ein Band, das Retinaculum flexorum. Durch ihn ziehen der N. medianus sowie Sehnen und Gefäße. Verdicken oder schwellen das Band oder die Strukturen im Tunnel an, wird der Nerv im engen, starren Kanal eingeklemmt.
Häufig bei Frauen und ab 35
Es tritt häufiger bei Frauen zwischen 35 und 55 auf, besonders bei Hausfrauen und handwerklich Tätigen. Oft heißt es, Menschen mit langer Computerarbeit und ständig gebeugtem Handgelenk (Tippen, Tastatur, Maus) seien häufiger betroffen, eindeutige Belege dafür gibt es aber nicht.
Daneben tritt es gehäuft bei chronischen Erkrankungen wie Gicht, starkem Übergewicht, Diabetes, rheumatoider Arthritis und Schilddrüsenunterfunktion auf, in der Schwangerschaft, bei Eltern von Zwillingen, die diese ständig tragen, und nach Verstauchungen oder Brüchen des Handgelenks.
Schmerzen und Kribbeln sind die wichtigsten Zeichen
Wichtigste Zeichen sind Schmerzen und Kribbeln, die anfangs oft nicht beachtet werden. Taubheit und Kribbeln betreffen Daumen, Zeige-, Mittelfinger, die äußere Hälfte des Ringfingers und die Handfläche.
Anfangs treten Schmerzen und Taubheit nachts und leicht auf, später stärker. Patienten wachen auf und schütteln die Hand zur Linderung. Später bestehen die Beschwerden den ganzen Tag, und mit nachlassender Muskelkraft fallen Gegenstände aus der Hand.
Wie wird es behandelt?
Wird es früh erkannt, lindern eine Handgelenksschiene und Schmerzmittel die Beschwerden. Gegen die Schwellung kann Kortison injiziert werden.
Bleibt der Erfolg aus oder ist die Einengung mittel- bis hochgradig, sollte der Nerv operativ befreit werden, bevor Muskelschwäche eintritt – sonst bleibt der Schaden dauerhaft, und Taubheit und Schwäche bessern sich auch nach der Operation nicht.
Operiert wird offen oder geschlossen (endoskopisch). Bei der geschlossenen Methode gibt es keinen Schnitt in der Handfläche, die Heilung ist schneller und Narbenprobleme entfallen.
In beiden Fällen sollte die Hand 6 Wochen nicht schwer belastet werden. Schmerzen und Schwäche bessern sich meist in 2–3 Monaten, die vollständige Heilung kann sechs Monate bis ein Jahr dauern.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.