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Prof. Dr. Levent Altınel – Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Antalya

Sprunggelenkprobleme

Sprunggelenkarthroskopie

Bei der Sprunggelenkarthroskopie wird das Gelenkinnere mit langen teleskopischen Kameras (Arthroskopen) betrachtet. Sie erfolgt in Voll- oder Regionalanästhesie im OP unter sterilen Bedingungen; bei Regionalanästhesie werden beide Beine über eine Spritze im unteren Rücken betäubt, der Patient bleibt wach. Vorne am Sprunggelenk werden zwei etwa 1 cm lange Schnitte gesetzt, über die Kamera und Instrumente eingeführt werden.

Vorteile: kürzere Heilungszeit als bei offenen Verfahren, geringeres Infektionsrisiko, da das Gelenk nicht eröffnet wird, weniger Schmerzen und schnellere Rückkehr zum Sport.

Welche Erkrankungen werden arthroskopisch behandelt?

Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen, die oft nach einem Umknicken auftreten und trotz langer Behandlung bestehen bleiben, beruhen meist auf Knorpelverletzungen und Weichteileinklemmungen. Diese werden arthroskopisch erfolgreich behandelt. Auch eine Synovitis – eine Wucherung der Gelenkschleimhaut bei Rheuma, Hämophilie und ähnlichen Erkrankungen mit Gelenkblutungen – sowie seltene Gelenktumoren lassen sich arthroskopisch behandeln.

Welche Komplikationen hat die Arthroskopie?

Die Komplikationsrate ist niedrig: Gelenkinfektion, Thromboembolie und Knorpelschäden. Chirurg und Anästhesist treffen Vorsorge; frühe Mobilisation hält das Risiko gering.

Umknicken des Sprunggelenks (Bänderzerrung)

Das Umknicken ist eine sehr häufige Verletzung; fast jeder knickt im Leben einige Male um. Eine einfache Zerrung heilt meist folgenlos. Fast immer knickt der Fuß nach innen, wobei die Außenbänder verletzt werden. Rasch entsteht eine Schwellung an der Außenseite, nach einigen Tagen ein Bluterguss Richtung Ferse und Sohle. Bei leichter Zerrung bessern sich die Schmerzen in wenigen Tagen; bei schweren Verletzungen kann die Rückkehr zum normalen Gehen Wochen dauern.

Behandlung

Vier Sofortmaßnahmen: Fuß nicht belasten, sofort Eis an die Außenseite, so bald wie möglich elastisch vom Fuß aufwärts wickeln und den Fuß hochlagern und schonen. Danach können Patienten mit leichter Zerrung nach einigen Tagen bis Wochen wieder Sport treiben.

Nach schwerer Zerrung beginnt nach der Erstversorgung die Rehabilitation, um Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen. Mit nachlassenden Schmerzen wird das Gelenk zunehmend belastet; meist sind die Beschwerden nach ein bis eineinhalb Monaten deutlich gebessert. Eine Schwellung an der Außenseite kann lange, sogar monatelang bestehen; entscheidend ist, dass der Schmerz verschwunden ist. Bestehen nach einigen Monaten noch Schmerzen oder wiederkehrende Schwellungen, sollte man ohne weiteres Warten einen Facharzt aufsuchen. Dahinter steckt meist eine Knorpelfraktur oder eine Einklemmung gewucherter Gelenkschleimhaut.

Bei Verdacht auf eine Knorpelfraktur helfen Röntgen und MRT; da sie im Röntgen oft nicht sichtbar ist, ist die MRT besonders wertvoll.

Je nach Lage und Größe wird konservativ oder operativ behandelt. Heilt die Fraktur konservativ nicht, wird arthroskopisch operiert und der Fuß bis zur Heilung entlastet. Die Rückkehr zum Sport ist nach etwa vier bis fünf Monaten möglich.

Knorpelschäden am Sprunggelenk

Knorpelschäden am Sprunggelenk (osteochondrale Läsionen des Talus, OLT) können nach Verletzungen (Umknicken, Sturz, Sportverletzung) oder ohne Verletzung entstehen. Patienten spüren beim Gehen Schmerzen um das Sprunggelenk, meist vorne. Sport wird durch Schmerzen eingeschränkt, nach Belastung kann eine Schwellung auftreten.

Halten die Schmerzen nach einem Umknicken länger als zwei Monate an, sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Neben der Untersuchung werden Röntgenbilder und bei Bedarf eine MRT angefertigt.

Behandlung

Wird eine osteochondrale Läsion festgestellt, wird sie per MRT eingestuft: Heilungspotenzial und Zustand des überziehenden Knorpels bestimmen den Behandlungsweg.

Ist die Läsion heilungsfähig, nicht groß und der Knorpel intakt, wird zunächst konservativ behandelt: Kräftigung, Wassertherapie, Propriozeptionstraining und vorübergehende Entlastung.

Ist sie groß und ohne Heilungspotenzial, wird operiert – arthroskopisch oder offen. Kleinere Läsionen werden arthroskopisch gesäubert und knorpelregenerierende Verfahren (Anbohren, Glätten) angewendet. Bei großen Läsionen werden Knorpel-Knochen-Zylinder aus dem Knie in das Sprunggelenk verpflanzt (Mosaikplastik).

Danach wird je nach Größe 6 bis 12 Wochen ohne Belastung gegangen, während die Rehabilitation und Kräftigung beginnen.

Nach erfolgreicher Operation und Rehabilitation können Patienten wieder Sport treiben.

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.

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