Nach Knie und Hüfte ist die Schulter das dritte große Gelenk, das von Arthrose betroffen ist. Die Schulterarthrose (Omarthrose), im Volksmund „Schulterverkalkung“, ist eine fortschreitende Erkrankung durch Verschleiß des Gelenkknorpels. Mit der Zeit verformen sich Pfanne (Glenoid) und Kopf (Humerus) des Schultergelenks.
Wie entsteht eine Schulterarthrose?
Ursache kann eine andere Erkrankung sein (frühere Gelenkinfektion, rheumatische Erkrankungen, Durchblutungsstörung des Knochens (avaskuläre Nekrose), chronischer Rotatorenmanschettenriss, Hämophilie) oder eine frühere Verletzung; sie kann aber auch allein durch das Altern ohne andere Erkrankung entstehen.
Welche Beschwerden treten auf?
Die Arthrose entsteht durch Verschleiß des Gelenks. Der Knorpel bekommt Risse, die Oberfläche wird rau. Die Gleitfähigkeit geht verloren, die Reibung nimmt zu, und die Schulterbeweglichkeit wird eingeschränkt. Die Schmerzen nehmen zu; sie schwanken, werden aber am stärksten nachts in Ruhe empfunden. Bei rheumatischen Erkrankungen können zusätzlich Schwellung und Rötung auftreten.
Wie wird die Schulterarthrose behandelt?
Zunächst wird konservativ behandelt: mit Schmerzmitteln, Physiotherapie und Injektionen ins Gelenk. Der Erfolg hängt vom Arthrosegrad ab; im Frühstadium helfen diese Maßnahmen gut. In späteren Stadien können Patienten den Arm wegen zunehmender Steife jedoch nicht mehr bewegen. Studien zeigen, dass jüngere Patienten ohne fortgeschrittene Arthrose, aber mit eingeschränkter Alltagsbeweglichkeit von einer arthroskopischen Kapsellösung und Gelenktoilette profitieren können.
Bei fortgeschrittener Arthrose ist wegen des zunehmenden Knorpelschadens eine Schulterprothese eine geeignete Lösung.
Was ist eine Schulterprothese?
Die Schulterprothese beseitigt Schmerzen und ermöglicht eine freie Beweglichkeit. Bei der Operation werden die Gelenkflächen entfernt und durch glatte Metall- und Kunststoffflächen ersetzt.
Teilersatz (Hemiarthroplastik): Ist nur der Oberarmkopf geschädigt und die Pfanne intakt, wird nur die Gelenkfläche des Kopfes ersetzt.
Totalersatz (Totalendoprothese): Sind Kopf und Pfanne abgenutzt, werden beide Flächen ersetzt.
Inverse Schulterprothese: meist bei älteren Patienten, wenn die Muskeln um die Schulter (Rotatorenmanschette) irreparabel gerissen sind.
Die Nachbehandlung ist wichtig
Übungen, die die Schulterbeweglichkeit verbessern und die Muskulatur kräftigen, beeinflussen den Operationserfolg direkt. Eine gute Rehabilitation erhöht daher die Erfolgsrate. Mit einer guten Operation und Physiotherapie können Patienten nach 1,5–2 Monaten zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.