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Prof. Dr. Levent Altınel – Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Antalya

Was sind Osteochondrosis dissecans (OD) und Gelenkmaus?

Auch wenn die genaue Ursache meist unklar ist, kann sich Gelenkknorpel – manchmal zusammen mit dem darunterliegenden Knochen – von der Gelenkfläche lösen und ins Gelenk fallen. Diese Ablösung nennt man Osteochondrosis dissecans (OD), das frei im Gelenk bewegliche Stück „Gelenkmaus“ (freier Gelenkkörper).

Gelenkmäuse sind wenige Millimeter bis einige Zentimeter groß; es kann eine einzige oder Hunderte geben. Am häufigsten kommen sie im Knie vor, aber auch in Hüfte, Ellenbogen, Schulter und Sprunggelenk.

Wie entstehen OD und Gelenkmaus?

Die OD tritt meist im Kindesalter auf, die Ursache ist nicht genau bekannt. Bei Erwachsenen ist die wahrscheinliche Ursache ein verletzungsbedingtes Abreißen von Knorpel mit dem darunterliegenden Knochen oder das Abbrechen eines Knorpelstücks von der Gelenkfläche. Deshalb kommen Gelenkmäuse bei Sportlern häufiger vor. Sie können auch mit rheumatischen Erkrankungen zusammenhängen; bei älteren Patienten entstehen sie, wenn arthrosebedingte Knochenanbauten abbrechen und ins Gelenk fallen.

Welche Anzeichen gibt es?

Im Frühstadium der Ablösung bestehen manchmal keine Beschwerden, manchmal gelegentliche Schmerzen und Schwellungen. Hat sich das Stück gelöst, kann es im Gelenk wandern; Betroffene beschreiben oft, dass sich bei Bewegung etwas im Gelenk bewegt. Anfangs harmlos erscheinend, führt ein Einklemmen zu Hängenbleiben, Blockaden und Schmerzen. Langfristig kann es das Gelenk schädigen und zur Arthrose führen.

Wie wird eine Gelenkmaus diagnostiziert?

Da anfangs nur gelegentlich Schmerzen und Schwellungen auftreten, wird die Diagnose leicht übersehen. Kommen Hängenbleiben und Blockaden hinzu, suchen Patienten einen Arzt auf. Der freie Körper kann tastbar oder im Röntgenbild sichtbar sein. Zum Nachweis knorpeliger Körper wird eine MRT durchgeführt.

Wie wird sie behandelt?

Bei Kindern können angehobene, aber noch nicht abgelöste Knorpelstücke unter Schonung und engmaschiger MRT-Kontrolle ausheilen. Halten die Beschwerden an und droht eine Ablösung, wird das Stück operativ mit kopflosen Schrauben fixiert. Bei Erwachsenen sollte ein Knorpelstück dagegen sofort operativ refixiert werden. Frei bewegliche Gelenkmäuse, vor allem solche mit Hängenbleiben, Blockaden und Schmerzen, müssen entfernt werden, sonst werden weitere Gelenkstrukturen geschädigt und es entsteht frühzeitig Arthrose.

Die Entfernung einer Gelenkmaus aus dem Knie erfolgt arthroskopisch, also geschlossen. Danach verschwinden Hängenbleiben, Blockaden und Schmerzen, und die Patienten gewinnen rasch ihre frühere Beweglichkeit zurück.

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.

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