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Prof. Dr. Levent Altınel – Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Antalya

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)

Das Wirbelgleiten, oft mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt, verursacht starke Schmerzen im Lendenbereich und in den Beinen. Dabei verschiebt sich ein Wirbel gegenüber dem anderen nach vorne oder hinten. Dadurch wird der Wirbelkanal eingeengt, und es kommt zu Schmerzen, Taubheit und Brennen in beiden Beinen.

Wirbelgleiten findet sich bei etwa 5 % der Menschen mit Rückenschmerzen: Der obere Wirbel rutscht über dem unteren nach vorne. Am häufigsten sind verschleißbedingtes Gleiten im Alter, Gleiten nach Operationen und angeborene Wirbelfehlbildungen im Kindesalter. Typisch ist das Vorgleiten von L4 über L5.

Wie entsteht es?

Es kann angeboren oder erworben sein und in jedem Alter auftreten – nach dem 40. Lebensjahr durch Alterung und Verschleiß, bei Kindern auch nach Stürzen. Unfälle, Tumoren, schwere Geburten und Sportverletzungen sind weitere Ursachen; Osteoporose, Bandscheibenvorfall und langes Stehen begünstigen es. Selten entsteht es als Komplikation einer früheren Rückenoperation.

Welche Beschwerden verursacht es?

Anhaltende Kreuzschmerzen, Steifigkeit in Rücken und Beinen, Druckschmerz im Lendenbereich, Oberschenkel- und Beinschmerzen, Verspannungen und Krämpfe der Beinmuskeln, Hinken. Bei fortgeschrittenem Gleiten Taubheit, Kribbeln, Muskelschwäche und abgeschwächte Reflexe in den Beinen. Die Gehstrecke verkürzt sich, und Betroffene müssen beim Gehen oft stehen bleiben und rasten.

Wie wird es diagnostiziert?

Erste Schritte sind Befragung und Untersuchung. Normale Röntgenbilder der LWS genügen meist und zeigen, ob ein Wirbelbogenspalt besteht. Für Details werden CT oder MRT eingesetzt; die MRT zeigt Wirbelsäule, Gelenke, Nerven und Einengungen und schließt Tumoren, Infektionen oder Spinalkanalstenosen mit ähnlichen Beschwerden aus.

Wie wird es behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß von Gleiten und Schmerzen. Bei mäßigen Beschwerden und geringem Gleiten werden Schmerzmittel, Physiotherapie, Gewichtsabnahme zur Entlastung und Kräftigung von Rücken- und Bauchmuskulatur versucht; Schonung ist in dieser Phase sehr wichtig. Zunächst gilt es, belastende Ursachen zu beseitigen und rückenbelastende Bewegungen einzuschränken.

Eine Operation ist nötig, wenn Schmerzen und Beschwerden mit Medikamenten und anderen Erstmaßnahmen nicht dauerhaft gelindert werden, eine abnorme Beweglichkeit zwischen den Wirbeln besteht oder anhaltende Schmerzen bzw. Kraftverlust durch Druck auf Rückenmark und Nerven vorliegen.

Dabei werden die Nerven im Gleitbereich befreit und die Wirbel mit Schrauben und Metallstäben miteinander verbunden, um ein weiteres Gleiten zu verhindern.

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.

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