Schulterarthroskopie
Bei der Schulterarthroskopie wird das Innere des Schultergelenks mit langen teleskopischen Kameras (Arthroskopen) betrachtet und untersucht. Sie erfolgt in Vollnarkose im Operationssaal unter sterilen Bedingungen; Kamera und Instrumente werden über 1 cm lange Zugänge vorne und hinten an der Schulter eingeführt.
Vorteile: Da über kleine Zugänge operiert wird, ist die Heilungszeit kürzer als bei offenen Verfahren. Da das Gelenk nicht eröffnet wird, ist das Infektionsrisiko geringer, und die Schmerzen nach der Operation sind geringer. Besonders Sportler kehren schneller zum Sport zurück.
Welche Erkrankungen werden arthroskopisch behandelt?
Die Schulterarthroskopie wird häufig angewendet – vor allem bei wiederkehrenden Schulterluxationen und Rissen der Rotatorenmanschette. Bei Luxationen wird der Kapselriss repariert, bei Manschettenrissen die gerissene Sehne wieder am Knochen befestigt. Weitere Anwendungen sind Knorpelverletzungen und die Entfernung freier Knorpelstücke.
Welche Komplikationen hat die Arthroskopie?
Als geschlossenes Verfahren hat sie eine niedrige Komplikationsrate, im Wesentlichen Gelenkinfektion und Knorpelschäden während des Eingriffs. Chirurg und Anästhesist treffen Vorsorgemaßnahmen; frühe Mobilisation hält mögliche Komplikationen gering.
Schulterarthrose
Die Schulterarthrose, im Volksmund „Schulterverkalkung“, ist eine fortschreitende Erkrankung durch Verschleiß des Gelenkknorpels. Ursache kann eine andere Erkrankung (frühere Gelenkinfektion, Rheuma, Humeruskopfnekrose, chronischer Rotatorenmanschettenriss, Hämophilie) oder eine Verletzung sein, sie kann aber auch ohne Vorerkrankung entstehen. Arthrose in der Familie erhöht das Risiko.
Häufigste Beschwerden sind Schulterschmerzen, Hängenbleiben, eingeschränkte Beweglichkeit und Kraftlosigkeit. Die Beschwerden ziehen sich meist über viele Jahre, mit möglichen plötzlichen Schmerzverstärkungen. Mit Fortschreiten helfen Schmerzmittel nicht mehr, und die Schmerzen bestehen auch in Ruhe.
Für die Diagnose sind die Beschwerden und die körperliche Untersuchung wichtig; ein Röntgenbild genügt zur Diagnosestellung.
Behandlung
Entscheidend für die Behandlung sind: das radiologische Stadium, die Dauer der Beschwerden, der Einfluss der Schmerzen auf die Lebensqualität, Alter und Aktivität des Patienten, ob die Schmerzen in Ruhe vergehen und seine Erwartungen. Danach wird der Patient informiert und die Alternativen erklärt. Der Patient sollte die Behandlung selbst wählen; der Arzt berät nur und sollte nicht drängen.
Bei fortgeschrittener Arthrose sind die Möglichkeiten begrenzt. Beeinträchtigen die Schmerzen die Lebensqualität stark und stimmt der Patient einer Operation zu, ist die Schulter-Totalendoprothese die beste Option. Schulterprothesen sind seit vielen Jahren erprobt und erfolgreich, bestehen aus Metalllegierungen und verursachen so gut wie nie Allergien. Ihre durchschnittliche Haltbarkeit beträgt etwa 15 Jahre.
Bei Schulter-Totalendoprothesen werden meist zementierte Prothesen verwendet, die mit im Körper aushärtendem Knochenzement am Knochen befestigt werden.
Ziel der Operation ist Schmerzfreiheit: Hand und Arm schmerzfrei zu benutzen und den Alltag selbstständig zu bewältigen. Danach sind Sportarten wie Schwimmen, Golf, Radfahren, Skifahren und Tischtennis möglich; mehr zu erwarten wäre unrealistisch.
Komplikationen der Schulterprothese
Die Prothesenoperation zählt zu den schwerwiegendsten orthopädischen Eingriffen. Vor und nach der Operation gelten Regeln, und während des Eingriffs werden alle Maßnahmen gegen Komplikationen getroffen. Begleiterkrankungen werden genau auf ihr Risiko geprüft und dem Patienten erklärt, ebenso die Risiken der Operation selbst.
Mögliche Komplikationen: narkosebedingte Probleme, Gefäß- und Nervenverletzungen, Knochenbruch beim Einsetzen, großer Blutverlust, Infektion um die Prothese, Bewegungseinschränkung und frühe Lockerung.
Chirurg und Anästhesist treffen vor und nach der Operation die nötigen Maßnahmen und geben vorbeugende Medikamente. Frühe Mobilisation und rasche Rückkehr in den Alltag halten Komplikationen gering.
Wiederkehrende Schulterluxation
Die wiederkehrende Schulterluxation tritt meist nach einer Luxation in jungen Jahren auf: Die Schulter kugelt danach häufig und leicht aus. Bei der ersten Luxation reißt die vordere Kapsel vom Knochen ab – die Bankart-Läsion, die bei wiederkehrenden Luxationen sehr häufig gefunden wird. Nach der ersten Luxation vergehen die Schmerzen rasch, doch später kugelt die Schulter beim Anziehen einer Jacke, beim Steinewerfen oder beim Greifen zum Rücksitz leicht aus, bei manchen sogar im Schlaf. Wiederholte Luxationen verursachen eine Impressionsfraktur am Oberarmkopf (Hill-Sachs-Läsion), die mit jeder Luxation größer wird. Häufige Luxationen erzeugen Unsicherheit, und die Patienten schonen ihre Schulter ständig.
Die Diagnose stellt der Facharzt durch Untersuchung und Bildgebung (Röntgen, MRT). Die normale MRT zeigt die Bankart-Läsion oft nicht, die Kontrastmittel-MRT meist schon. Auch auf eine Impressionsfraktur des Kopfes wird geachtet.
Behandlung
Die Behandlung ist operativ. Arthroskopisch wird die abgelöste Kapsel mit kleinen Fadenankern wieder angenäht. Da über wenige Zugänge operiert wird, sind die Schmerzen gering und die normale Beweglichkeit kehrt innerhalb von zwei Monaten zurück. Etwa vier Wochen wird eine Armschlinge getragen und 3–4-mal täglich geübt; belastende Tätigkeiten und Sport sind meist nach acht Monaten möglich.
Komplikationen der arthroskopischen Operation
Als arthroskopischer Eingriff hat sie eine niedrige Komplikationsrate. Am häufigsten ist eine erneute Luxation (unter 10 %); offene und geschlossene Verfahren unterscheiden sich darin nicht. Weitere mögliche Komplikationen sind Knorpelschäden, unzureichende Reparatur und Bewegungseinschränkung. Der Arzt trifft Vorsorge, betreut den Patienten eng und plant die Rehabilitation sorgfältig.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.