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Prof. Dr. Levent Altınel – Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Antalya

Hüftdysplasie und Hüftluxation bei Kindern

Wie häufig sind Hüftdysplasie und -luxation bei Kindern?

Hüftinstabilität, Hüftdysplasie und Hüftluxation sind die häufigsten Probleme des Bewegungsapparats bei Neugeborenen.Bei der Hüftluxation bzw. Hüftdysplasie entwickelt sich das Hüftgelenk bei Säuglingen und Kleinkindern nicht richtig. Das kugelförmige obere Ende des Oberschenkelknochens (Femur) sitzt in einer runden Pfanne (Acetabulum) des Beckens und bildet so das Hüftgelenk.Bei der Hüftdysplasie ist die Pfanne zu flach, der Hüftkopf sitzt nicht fest, und das Gelenk ist locker. Wird die Pfanne mit der Zeit noch unzureichender, tritt der Hüftkopf teilweise heraus (Subluxation).

Ohne Behandlung entsteht schließlich eine vollständige Luxation.

Wie entsteht eine Hüftluxation? Was sind die Risikofaktoren?

Die Ursache ist nicht vollständig geklärt; das Risiko erhöhen vor allem:

  • Wenig Fruchtwasser in der Gebärmutter,
  • Beckenendlage/-geburt,
  • Erstes Kind: In der ersten Schwangerschaft ist die Gebärmutter noch nicht gedehnt und kann Druck auf das Kind ausüben. Daher ist die Hüftdysplasie bei Erstgeborenen häufiger.
  • Weibliches Geschlecht: Mädchen haben ein 4–5-fach höheres Risiko.
  • Hüftluxation in der Familie: erhöht das Risiko um das 12-Fache – ein Zeichen für die Bedeutung genetischer Faktoren.

Die Hüftdysplasie ist einer der häufigsten Befunde bei Neugeborenenuntersuchungen. Sie liegt vor, wenn ein Kind mit einem instabilen, lockeren Hüftgelenk geboren wird. Lockere Haltebänder und ein nicht in der Pfanne sitzender Hüftkopf führen bei manchen Kindern zur Luxation. Wird dies nicht früh verhindert, bleibt das Gelenk teilweise oder ganz ausgerenkt. Eine frühe Diagnose, bevor die Hüfte luxiert oder in schlechter Stellung eingeengt wird (z. B. durch festes Pucken), erleichtert die Behandlung. Säuglingshüften sollten frei beweglich sein; die Beine dürfen nicht gestreckt fixiert werden.

Was sind die Anzeichen?

Manchmal zeigt ein Baby trotz Luxation keinerlei Anzeichen, daher sind regelmäßige Kontrollen für die Früherkennung nötig. Bei Verdacht wird in den ersten 4 Monaten ein Hüftultraschall, danach eine Röntgenaufnahme gemacht.

Die deutlichsten Anzeichen sind verzögerte grobmotorische Entwicklung (Sitzen, Krabbeln, Gehen), unterschiedliche Beinlängen und eingeschränkte Hüftbeweglichkeit, z. B. beim Abspreizen der Beine. Kinder mit Hüftluxation laufen später und hinken, da ein Bein kürzer ist.Behandlung

Die Behandlung erfolgt in 4 Zeiträumen:

1- Bei früher Diagnose wird ohne Operation behandelt. In den ersten 6 Monaten genügen eine Schiene und einfache Maßnahmen. Häufig verwendet werden die „Pavlik-Bandage“ oder das „Frejka-Kissen“, die die Beine gespreizt und zum Bauch angezogen halten, damit der Hüftkopf in die Pfanne gleitet. Je nach Verlauf wird die Bandage Tag und Nacht etwa 2–6 Monate getragen. Bei Behandlung in den ersten 6 Monaten liegt die Heilungsrate nahe 100 %.

  1. Bei Diagnose zwischen 9 und 12 Monaten wird das Gelenk in Narkose mit Kontrastmittel untersucht (Arthrographie) und je nach Ergebnis durch Gips oder offene Operation eingerenkt.
  2. Bei Kindern über 12 Monaten muss der Hüftkopf in Vollnarkose offen operativ in die Pfanne eingestellt werden; danach folgt ein Gips.
  3. Bei Kindern über 18 Monaten mit unzureichender Pfannenentwicklung sind offene Operationen zur Verbesserung der Pfannenüberdachung nötig.

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.

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