Der eingewachsene Nagel ist ein häufiges Problem, bei dem Ecke oder Rand des Nagels in das weiche Gewebe einwächst. Beim Wachsen drückt der Nagel ein- oder beidseitig in die Haut; durch die Entzündung wuchert das Nagelfalzgewebe über den Nagel. Am häufigsten ist die Großzehe betroffen, mit Schmerzen, Rötung und Schwellung. Schuhetragen und Gehen werden erschwert. Unbehandelt kann sich die Entzündung auf den Knochen (Osteomyelitis) ausbreiten und sogar zu einer Allgemeininfektion führen. Besonders bei Diabetikern kann dies zum Verlust der Zehe oder bei verzögerter Behandlung sogar des Fußes führen.
Wie entsteht ein eingewachsener Nagel?
Eine wichtige Ursache ist ein Missverhältnis zwischen Nagelgröße und Breite des Nagelbetts.
Am häufigsten liegt es an falschem Nägelschneiden: Fußnägel sollten gerade geschnitten und die Ecken nicht entfernt werden, sonst wächst der Nagel ins Gewebe.
Weitere Ursachen:
1- Erbliche Nagelprobleme, Missverhältnis von Nagel und Nagelbett, gebogene Nägel
2- Ungeeignetes Schuhwerk: enge, spitze Schuhe und Socken, die die Nägel drücken
3- Verletzungen und Stöße am Nagel
4- Nagelpilz
5- Unsachgemäße Maniküre und Pediküre
Welche Beschwerden treten auf?
Häufigstes Symptom ist Schmerz an einer oder beiden Nagelseiten, der bei Berührung zunimmt. Unbehandelt kommen Entzündungszeichen hinzu: Schwellung, Rötung, Überwärmung und Ausfluss.
Wie kann man vorbeugen?
Nägel gerade und nicht zu kurz schneiden und scharfe Kanten sanft feilen. Auf Schuhe achten und enge, spitze Schuhe mit hohen Absätzen meiden. Damit kein Pilz entsteht, sollten die Füße nicht feucht bleiben und an den Zehenspitzen keine kleinen Risse durch Austrocknung entstehen.

Wie wird er behandelt?
Wichtig ist ein rascher Behandlungsbeginn, um eine Infektion zu verhindern. Bei leichtem Einwachsen können einfache Maßnahmen zu Hause genügen: Nach einem warmen Fußbad mit Antiseptikum ein Stückchen Watte unter den eingewachsenen Rand legen und täglich wechseln. So entsteht ein Polster zwischen Nagel und Haut, und der Nagel wächst heraus, ohne einzuwachsen. Zusätzlich werden entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt. Bei gebogenen Nägeln kann eine Nagelkorrekturspange angebracht werden, die den Nagel aufrichtet und regelmäßig gewechselt wird. Hilft dies nicht, ist die Zehe stark geschwollen und schmerzhaft, bestehen starke Druckempfindlichkeit, Überwärmung und Eiter oder liegt ein Diabetes vor, ist eine Operation nötig: Ein Teil oder der ganze eingewachsene Nagel wird entfernt.
Zur Vorbereitung können vorher Antibiotika gegeben werden. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung; der eingewachsene Nagelrand wird samt Nagelbett entfernt. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 95 %. Danach können Schmerzmittel und Antibiotika gegeben werden; 3–4 Tage Schonung werden empfohlen.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass das Ziehen des ganzen Nagels besser sei als die Entfernung des Randes. Dann wächst der Nagel jedoch in 80–90 % erneut ein, und das Nagelbett braucht etwa zwei Monate zur Heilung. Daher wird bei den meisten Patienten davon abgeraten.
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