
Bevor Muskeln am Knochen ansetzen, gehen sie in feste weiße Fasern über – die Sehnen. Wird eine Sehne plötzlich überlastet oder lange wiederholt beansprucht, entsteht eine Sehnenentzündung (Tendinitis). Die Achillessehne ist der Endteil der Wadenmuskulatur, der am Fersenbein ansetzt; ihre Entzündung heißt Achillessehnenentzündung.
Wie entsteht sie?
Die Achillessehne hebt beim Gehen und Laufen die Ferse an. Langes Gehen, Laufen oder Stehen überlastet sie, was zu einer Entzündung führen kann. Unbehandelt verschleißt die Sehne und kann reißen (Achillessehnenriss) – dann sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.
Welche Beschwerden treten auf?
Die Entzündung tritt im mittleren Sehnenabschnitt oder am Ansatz an der Ferse auf. Die mittlere Form betrifft meist junge, aktive Menschen; am häufigsten ist jedoch der Ansatz am Fersenbein betroffen, meist bei weniger aktiven Älteren.
Sie beginnt mit Schmerzen und Steifigkeit an der Rückseite des Sprunggelenks. Die Schmerzen entwickeln sich allmählich, sind morgens nach dem Aufstehen und bei den ersten Schritten am stärksten und lassen beim Einlaufen nach. Nach Laufen oder anderer Belastung nehmen sie wieder zu. Mit der Zeit werden Gehen und Treppensteigen schmerzhaft. Sehne oder Ansatz verdicken und schwellen; ein Knochensporn am Fersenbein verstärkt die Schwellung.
Risikofaktoren
- Männliches Geschlecht
- Höheres Alter
- Plattfuß und Übergewicht
- Trainingsbedingungen: Bergauflaufen, abgenutzte Schuhe, kaltes Klima
- Schuppenflechte, Bluthochdruck
- Medikamente: Fluorchinolon-Antibiotika
Wie wird sie diagnostiziert?
Die Untersuchung genügt; zur Beurteilung des Sehnenschadens und für die Therapieentscheidung können Ultraschall und MRT angefordert werden.

Wie wird sie behandelt?
Zunächst sollen Schmerzen und Druckempfindlichkeit verringert werden. Schmerzverstärkende Tätigkeiten und intensiver Sport sind zu meiden. Fersenkeile heben die Ferse und entlasten die Sehne. Kühlung und Schmerzmittel bekämpfen die Entzündung. Dehnübungen beugen einer Überlastung bei den ersten Schritten am Morgen oder zu Trainingsbeginn vor.
Mit diesen Maßnahmen heilt eine frühe Achillessehnenentzündung in 3–7 Wochen. Bei unzureichender Wirkung kann ein Gips oder eine Orthese angelegt werden.
Zur Schmerzlinderung können ESWT und biologische Therapien eingesetzt werden.
Heilt die Entzündung trotz aller Maßnahmen 6 Monate oder länger nicht (chronische Tendinose), ist eine Operation nötig.
Bei verkürzter Achillessehne wird der Muskel verlängert (Gastrocnemius-Rezession).
Bei der offenen Operation wird bei weniger als 50 % Sehnenschaden das geschädigte Gewebe entfernt und die Sehne genäht; bei über 50 % ist zusätzlich ein Sehnentransfer nötig.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung und Diagnose.